Ferien mal ganz anders!

Um das gleich vorweg zu nehmen: Ein Segeltörn ist nicht genau das, was ich mir als Ferien so vorgestellt
habe. Das sieht mein Mann deutlich anders. Er fuhr in seiner ledigen Zeit für zwei Jahre zur See und da ist
jedes Mal ein Reissen, wenn salzige Meeresluft seine Nase umströmt. Also denn, probieren wir es halt mal
aus und so finden wir uns am 29. September zusammen mit zwei weiteren Paaren auf der Yacht Barbara in
Portisco, Sardinien, ein. Wir würden auch gerne gleich loslegen, aber unsere Skipper Hansjörg und Helene
Forster von restore brauchen recht lange, bis das Schiff von der Charterfirma übernommen und klar ist. Am
Sonntag geht es los und wir starten in ein grosses Abenteuer: Wie werde ich die Wellen ertragen? Wird es
mir überhaupt gefallen? Leichter Regen zum Anfang, aber es wird jeden Tag besser werden.

Am Montag dann setzen wir an zur Überfahrt nach Bonifacio (Korsika). Ein bisschen bewegter ist das
Ganze schon hier in der Meerenge zwischen den beiden Mittelmeerinseln. Mein Mann, Roger, steht zum
ersten Mal am Steuer, hochkonzentriert, und geniesst es in vollen Zügen. Auch ich werde nicht enttäuscht.
Bonifacio ist eine herrliche Stadt, hoch oben auf der Steilküste gelegen. Dahin machen wir uns abends vom
Hafen herkommend auch noch auf und geniessen als Crew an einem wunderschönen Aussichtsplatz ein feines
korsisches Essen.

Überhaupt, die Tage vergehen schnell, miteinander in der Crew unterwegs, oder auch mit meinem Mann
zusammen unseren Gedanken nachhängend. Immer mal wieder gibt es von Skipper Hansjörg auch einen
kurzen Impuls, der uns anhand einer neu gewonnenen Erfahrung beim Segeln auch für unsere Ehe
weiterhelfen soll. Das ist eine prima Mischung. Reiche Erlebnisse.

Wir übernachteten in traumhaft schönen Buchten oder Häfen. Der Maddalena Archipel hat landschaftlich
sehr vielfältige Reize. Einige Buchten sind azurblau. Und einige Winkel sind nur vom Meer her wirklich
zugänglich. Kurz vor Ende des Törns wurden wir an einem Morgen von drei Delphinen überrascht. Damit
hatten wir nicht gerechnet. Das war sozusagen eine absolute Zugabe, diesen anmutigen Tieren noch von
unserem in der Bucht stillliegenden Schiff zuschauen zu dürfen. Allzu schnell gingen die Tage vorbei. Ja,
der aufkommende Starkwind zwang uns sogar dazu, etwas früher in unseren Ausgangshafen Portisco
zurück zu fahren.

Noch Wochen danach kann ich sagen: Die Gemeinschaft, die Gespräche, das Baden und das miteinander
Kochen haben die Ferien zu einem ganz speziellen Erlebnis werden lassen. Ich bereue es keine Sekunde,
dieses Abenteuer zusammen mit meinem Mann gewagt zu haben!

08.10.2017, N.G. / H.F.